EIBE
Übungsfirma Wäscheservice - ein Projekt
Wie man Unternehmensgeist an die Schule lockt – eine Wäschefirma bietet Dienstleistung an...
Ziele
- Anwendungsbezogenes Lernen in Schülerfirmen, die wie „richtige“ Firmen strukturiert sind und somit Ernstcharakter haben, gelten als sinnvolle Vorbereitung auf das Leben nach der Schule. Die Wäschefirma „World – White – Wash“ ist bereits gegründet. Das Vorhaben soll fest in den Schulalltag installiert und gegebenenfalls zu einer eigenverantwortlichen Geschäftsführung ausgebaut werden. Leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler der Eibe/BVJ- Klassen wird mit diesem Projekt eine realistische Chance gegeben, den Einstieg in den aktiven Arbeitsmarkt zu verbessern.
- Entsprechend ihrem individuellen Leistungs- und Entwicklungsstand sollen sie befähigt werden, sich entsprechende Fachkenntnisse und Kompetenzen für den zukunftssicheren Ausbildungsberuf „ Textilreinigerin“ und „Textilreiniger“ anzueignen. Am Ende des Schuljahres belegt ein Zertifikat berufstypische Tätigkeiten sowie soziale Verantwortlichkeiten und hilft die Ausbildung gegebenenfalls auch ohne Hauptschulabschluss beginnen zu können. Alternative Ausbildung: Hauswirtschafterin/Hauswirtschafter.
- Neben einigen Ausbildungsinhalten der Ausbildungsberufe gewinnen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in den Betriebsaufbau, eine Betriebsorganisation sowie in andere notwendige Bereiche wirtschaftlichen Handelns. Vor und während der eigenen Tätigkeit in verschiedenen Abteilungen werden immer neue Fragen gestellt, z. B. zu Ausschreibungen, Qualifikationen, Arbeitszeiten und Verdienstmöglichkeiten, Bewerbungen und Bewerbungsgesprächen, Marketing, Finanzen, Buchführung und Kundenbetreuung, die zu einer vertiefenden Allgemeinbildung und einer weiteren Entwicklung von Berufsorientierung führen sollen. Neues Wissen kann so lebensnah, fesselnd und an der Sache orientiert vermittelt werden.
- Die Schule profitiert von den erbrachten Dienstleistungen, sie profiliert sich als Ausbildungsschule, bekennt sich zur Förderung benachteiligter Jugendlicher mit realisierbaren berufsbezogenen Fachkompetenzen und mit persönlichkeitsentwickelnden Sozialkompetenzen.
- Lernen in Projekten hat einen hohen Stellenwert in der Bildungspolitik. Praxislernen als pädagogischer Ansatz stärkt neben der Persönlichkeit u.a. auch lebenslanges Lernen.
Umsetzung
Die Inhalte des Projektes sollen fächerübergreifend vermittelt werden. Dieser Ansatz bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, andere Kenntnisse einzubringen und den Sinngehalt mancher Übungen zu erkennen. Als methodische Mittel sollten alle Formen selbstverantwortlichen Handelns gewählt bzw. gefördert werden, um eine starke Identifikation der „Betriebsangehörigen“ mit dem Projekt zu erreichen. Des weiteren sollen die einzelnen Persönlichkeiten gestärkt, die Kommunikation gefördert und Arbeiten im Team eingeübt werden.
Ein ideales Team bilden Deutsch-, PoWi-, Informatikkolleginnen und -Kollegen neben den Fachlehrerinnen und Fachlehrern und dem Sozialpädagogen.
- I. Stufe: Einführung in den Wäschekreislauf eines schuleigenen Wäschereibetriebes. Umgang mit Gewebearten, Farben, Flecken, Berufstextilien, den Geräten, Waschmitteln, Waschhilfsmitteln, den Hygieneanforderungen, den Sicherheitsbestimmungen, der Ergonomie, den Arbeitsformen und den Arbeitsabläufen.
- II. Stufe: Betriebsaufbau und Organisation des Schülerbetriebes. Sammeln und ordnen berufstypischer Arbeiten. Stellenausschreibung für die Abteilungen (inklusive Leitungs- und Assistentenfunktionen) z. B.: Büro/Verwaltung, Textilreinigung/Hemdenservice, Kundenbetreuung, Marketing. In dieser Stufe kann eine vorbereitete Betriebserkundung in einer Wäscherei hilfreich sein.
- III. Stufe: Bewerbungen und Bewerbungsgespräche, Einstellungsverfahren und zunehmend eigenverantwortliches Arbeiten im Schülerbetrieb. Teamarbeit mit der geforderten Qualitätssicherung, der Dokumentation der Geschäftsvorgänge und der Bewertung der Mitarbeiterinnen und der Mitarbeiter.
- IV. Stufe: Eigenständig geführter Betrieb außerhalb der Unterrichtszeit mit angemessener Lohnzahlung und der Verpflichtung der Dokumentation der Geschäftsvorgänge.
- Die IV. Stufe wird angestrebt. Eine Regelung bezüglich der Beratung und Betreuung durch eine verantwortliche Person/Lehrkraft/1Euro-Stelle muss mit der Schulleitung abgesprochen werden.
Am Ende des jeweiligen Schuljahres wird ein Geschäftsbericht erstellt, der dem Schulförderverein zur Prüfung vorgelegt wird. Erlischt die Firma, geht das erwirtschaftete Firmenkapital in den Besitz der Schule über.
Ursula Kieven, Projekt Schülerbetrieb World-White-Wash, EKS; verantwortlich Cornelia Klatt, Karin Dommerich-Schmücker
Weitere Informationen bei EIBE-online.
