Schülerinnen und Schüler des Fachbereiches Biologietechnik berichten (II)
Meine persönlichen Vorstellungen, Erwartungen, Erfahrungen und Optionen bezüglich der EKS
In mir setzte sich der Wunsch fest, Förster zu werden. Noch während meiner Realschulzeit zeichnete sich jedoch ab, dass dieser Beruf in einer Umbruchphase ist und bereits jetzt ca. 50 Prozent der Förster "wegrationalisiert" werden sollen. Aus diesem Grund habe ich mich umorientiert und möchte aber trotz alledem weiter der Natur auf der Spur bleiben. Dabei interessiert es mich brennend, gewissen " Naturgesetzmäßigkeiten" auf den Grund zu gehen und die biologischen und physikalischen Zusammenhänge und Grundelemente zu "erforschen".
Bei der Auswahl einer Schule mit Schwerpunkt Biologie/ Biologietechnik bekam ich von der Berufsberatung den Hinweis auf die EKS in Kassel. Bei einer Info- Veranstaltung der EKS habe ich dann teilgenommen und von Lehrern und der Ausstattung der Schule einen ersten Einblick bekommen. Es war spontan mein " Ding", nur musste ich noch die Hürde der Aufnahmebedingungen erfüllen. Ich habe mich dann richtig ins „Zeug" gelegt und die Aufnahme in die EKS geschafft.
Die EKS-Schule kam meinen Wünschen und Zielsetzungen optimal entgegen. Ich kann das Abitur, mit Schwerpunkt Biologie/Biologietechnik machen und anschließend besteht noch die Möglichkeit in einem zusätzlichen Jahr, einen Berufsabschluss zum biologisch-technischen Assistenten zu absolvieren.
Es ist für mich sehr sinnvoll das Abitur zu machen und gleichzeitig einen Beruf erlernen zu können, der mich interessiert und auch zukunftsorientiert ist. Interessante Berufsfelder in Forschungsinstituten, Untersuchungsämtern, Spezialinstituten, Pharmaindustrie etc. sind Bereiche, in denen man später beruflich wirken kann.
Um dies Ziel erreichen zu können, bietet die EKS mit seinen fachkompetenten Lehrerinnen und Lehrern und mit der räumlichen und technischen Ausstattung eine sehr gute Voraussetzung. Es gefällt mir sehr gut, dass alles unter einem "Dach" ist. Am Anfang musste ich mich erst umstellen und eingewöhnen, inzwischen habe ich mich akklimatisiert und fühle mich wohl. Ich habe während meiner Zeit in der 11. Klasse an der EKS eine einjährige Jägerausbildung gemacht und dabei die Natur mit Fauna und Flora in ihren sehr individuellen Erscheinungsformen und Lebensweisen, aber auch von deren Krankheiten erfahren.
Ch.
Eigentlich eine ganz normale Schule
„Bin ich hier richtig? So viele fremde Leute. Was jetzt wohl passiert? Hoffentlich geht alles gut….“
Das ist nur ein Ausschnitt von all den Fragen, die ich mir gestellt habe, als ich am Montag nach den Sommerferien um 9.00 Uhr vor dem Mehrzweckraum stand und darauf wartete, dass irgendetwas geschieht.
In diesem Moment kam ich mir sehr verloren vor, doch zu meinem Glück kamen später einige Mitschüler, die ich von meiner ehemaligen Schule kannte. So konnten wir gemeinsam warten und spekulierten, was wohl auf uns zukommen würde.
Die Tür zum Mehrzweckraum wurde geöffnet. Nach einer kurzen Willkommensrede wurden die Schüler in ihre Klassen aufgeteilt und begaben sich dann mit ihren Tutoren auf den Weg zu einem leer stehenden Klassenraum. Wir gingen einige Treppen hinauf, durch viele Türen und ich fragte mich, ob meine Tutorin absichtlich einen so langen Weg, zur Verunsicherung der Schüler, gewählt hatte. Es stellte sich später heraus, dass das Gebäude riesig ist und es keine Absicht war.
Ich kam an diesen Montag, bepackt mit einer Menge Motivation und guten Vorsätzen, in die Schule. Als ich mich in der Mittagszeit auf den Weg nach Hause machte und über den bisherigen Tag nachdachte überkam mich nach und nach ein deprimierendes Gefühl. Dass ich dieses Gefühl - man bemerke, dass es den ganzen Tag anhielt - verspürte, lag wahrscheinlich daran, dass wir Schüler so ziemlich als erstes gesagt bekommen haben, dass die Zeit in der 11. Klasse aber auch die danach sehr schwer werden würde und, dass es einige von uns nicht schaffen werden.
Dieses Tief war allerdings bereits in der zweiten Woche auf der neuen Schule verflogen.
Wir hatten schon 4 Tage Unterricht und ich musste erkennen, dass es gar nicht so schwer ist.
In der ersten Zeit bestand der Unterricht hauptsächlich aus Wiederholungen aus der Mittelstufe. Auch in der darauf folgenden Zeit, war es nicht unmöglich, etwas zu verstehen.
Schon früh fallen einem die Dinge auf, die man bisher nicht so kannte. Als erstes ist da das „Sie“ mit dem man ab sofort von den Lehrern angesprochen wird. Ich denke diese Anrede ist dazu da, um sie wieder ab zuschaffen, denn bereits nach einigen Wochen werden die Schüler wieder geduzt.
Die Elisabeth-Knipping-Schule hat eine Menge zu bieten. Die Schule ist sehr gut mit fachspezifischen Materialien ausgestattet. Außerdem verfügt die Schule über viele Fachräume. Dies ermöglicht einen guten Unterricht in den verschiedenen Schwerpunktfächern, wie z.B. in Ernährungslehre, Chemie- und Biologietechnik.
Was auch schnell auffällt, ist, dass die Lehrer im Durchschnitt sehr jung sind, aber auch die älteren, die ich bis jetzt kennen gelernt habe, sind noch recht jung geblieben. Viele Lehrer sind nicht abgeneigt Unternehmungen zu machen oder sogar den Unterricht für irgendwelche Projekte ausfallen zu lassen. Natürlich ist das nicht die Regel, aber es kommt schon mal vor, dass der/ die Lehrer/in nichts gegen eine Kaffeepause zur Unterrichtszeit einzuwenden hat.
Allgemein ist die EKS eine sehr aktive Schule, die viele Projekte plant und anbietet. So, dann will ich die EKS mal nicht in den Himmel loben, denn sie ist immerhin nur eine Schule und bekanntlich haben Schüler von Natur aus eine gewisse Abneigung gegen Schulen. Von der Atmosphäre her, ist es in der Oberstufe ganz anders als in der Mittelstufe einer Gesamtschule. Doch das ist kein Grund zur Beunruhigung, denn es ist nicht schlecht sondern anders. Aber davon sollte sich jeder ein eigenes Bild machen. Na gut, so viel zur Schule. Jetzt mal etwas über das, was ich an der EKS mache.
Als es in der 10. Klasse hieß, dass wir uns jetzt entscheiden müssten was wir nach diesem Schuljahr machen möchten, überlegte ich mir in welchen Fächern ich gut bin. Dass ich auf ein Berufliches Gymnasium gehen werde, stand für mich sofort fest, ich wusste eben nur noch nicht, für welchen Schwerpunkt ich mich anmelden sollte. Was für mich eigentlich gar nicht in Frage kam, war Biologietechnik, doch ich musste im 2. Halbjahr der 10. Klasse feststellen, dass mir der Biologieunterricht viel Spaß machte und ich die Themen auch sehr interessant fand. So ergab es sich, dass ich mich dann doch kurzfristig für Biologietechnik anmeldete. Ich kannte bis dahin nur den einstündigen Biologieunterricht der Mittelstufe und bis zur ersten Biologietechnikstunde habe ich mir über den Namen meines gewählten Schwerpunktes „Biologietechnik“ keine Gedanken gemacht. Ich dachte, dass ich weiterhin diesen theoretischen Biologieunterricht, wie ich ihn kannte, haben werde, doch so ist es nicht ganz.
Der Biotechnikunterricht hat mit dem Biologieunterricht der Mittelstufe nicht wirklich etwas zu tun.
Um die beiden Fächer mal zu vergleichen; Im Biologieunterricht wurden Themen wie Evolution, Verhaltensforschung und Sexualkunde behandelt. Der Biologietechnikunterricht hingegen setzt sich aus den Fächern Biologie, Mathematik, Chemie, Physik und Verfahrenstechnik zusammen. Die Biologietechnik beschäftigt sich eher mit der Herstellung und Veränderung von Stoffen. Man behandelt dann im Unterricht eher Gentechnologie und Immunologie.
Ich habe aber nicht nur 4 Stunden Biologietechnikunterricht in der Woche, sondern auch 2 Stunden Biologie und 4 Stunden Technologie (auch Praktikum genannt). Ab der 12. Klasse fällt dann Biologie weg dafür hat man im 1. Halbjahr der 13. Klasse einen ergänzenden Grundkurs, der zweistündig ist.
Das vierstündige Praktikum ist an und für sich eine schöne Sache, aber leider auch mit etwas Arbeit verbunden. In meiner Praktikumsgruppe sind 8 Schüler. Das ist eine gute Größe um effektiv arbeiten zu können. In der Regel bekommen wir immer eine Woche vor dem Praktikum ein Skript, in dem genau steht, was wir wie machen werden und welche Aufgaben wir dazu bearbeiten sollen. Im Praktikum werden dann verschiedene Sachen gemacht, die mehr oder weniger theoretisch im Biologietechnikunterricht behandelt wurden. Unter anderem werden Präparate hergestellt und mikroskopiert, dabei sieht man viele interessante Dinge, die man so nicht erwartet hätte. Z.B. haben wir tierische Einzeller der Wasserwelt mikroskopiert, Vorgänge der Mitose beobachtet und einen Regenwurm seziert. Bis hier hin ist alles noch erträglich, doch es gibt eine Sache, die mit dem Praktikum verbunden ist und nicht unbedingt das Lieblingshobby der Schüler ist. Man macht es zwar, aber auch nur weil es Pflicht ist. Was ich meine? Ich meine das Protokoll, das jeder Schüler über jedes Praktikum schreiben muss. Dieses Protokoll muss alle Beobachtungen, die man in dem Praktikum gemacht hat, und deren Deutung/ Erklärung beinhalten. Je nachdem ob das Skript Aufgaben vorgibt, kommen diese dann auch noch dazu. Hört sich vielleicht gar nicht soviel an, es kann aber manchmal wirklich viel Arbeit sein. Tja, wer gute Noten haben will, muss eben etwas dafür tun. Es ja nichts Neues, dass man Noten nicht geschenkt bekommt. Auch in den restlichen Fächern wird es mit der Zeit ganz schön anspruchsvoll, doch wenn man nicht faul ist und ein gewisses Interesse hat, ist es durchaus möglich das Abitur mit dem Schwerpunkt Biologietechnik zu schaffen.
Ach so, da ist ja noch was Gutes an der EKS: Für alle, die das Berufliche Gymnasium nicht nur gewählt haben um die zweite Fremdsprache loszuwerden, bietet die Schule ein 14. Schuljahr in den Schwerpunkten Biologie- und Chemietechnik an. Am Ende des 14. Schuljahres hat man dann eine Prüfung und wenn man die besteht ist man staatlich geprüfte/r biologisch technische/r bzw. chemisch technische/r Assistent/in.
Ist doch super, da hat man dann, nach noch nicht einmal einem Jahr, eine Berufsausbildung.
Li.
