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Vorsicht, Modenschau!

Knipping-Schülerinnen zeigten Selbstgeschneidertes in einer perfekten Performance

Von Martina Sommerlade

KASSEL. Die letzten Stiche hatte Julia Daetermann um halb drei morgens gemacht. Einzelne Perlen angebracht, Stäbe eingepasst und Fäden vernäht. Gearbeitet bis an den Rand der Erschöpfung. Und das alles für einen knapp einstündigen Auftritt. Müde war sie am darauf folgenden Morgen aber nicht. "Dazu bin ich viel zu aufgeregt."

Die Auszubildende zur Maßschneiderin war eine der hundert Schülerinnen, die am Samstagnachmittag an der 20. Modenschau des Fachbereichs Textiltechnik und Bekleidung der Elisabeth-Knipping-Schule teilnahmen. Unter dem Motto "Vorsicht" präsentierten die Schülerinnen dabei 138 Modelle mit etwa 300 selbst gefertigten Kleidungsstücken.

Schulleiter Günter Wagner hatte nicht zu viel versprochen, als er den zahlreichen Gästen in der voll besetzten Mehrzweckhalle und vor den Leinwänden im Foyer der Schule eine besonders kreative und variantenreiche Umsetzung des Themas "Vorsicht" ankündigte. Tatsächlich bestach die Performance nicht nur durch eine schillernde Vielfalt an perfekt verarbeiteten Stoffen, sondern auch durch die fantasievolle inhaltliche Interpretation.

"Vorsicht! Haltbarkeitsdatum überschritten" - wer hierbei an verdorbene Lebensmittel oder saure Milch dachte, sah sich getäuscht. Unter diesem Motto waren vielmehr Modelle aus der Rock-and-Roll-Ära der 50er-Jahre beziehungsweise aus der Flower-Power-Zeit der 70er-Jahre auf dem Laufsteg zu sehen. Auch bei der Darbietung "Vorsicht! Giftig!" überraschten die Akteure, als sie als Qualle, Schlange, Spinne oder giftiger Fingerhut auftraten.

Der jährlich stattfindenden Modenschau war eine Projektwoche vorausgegangen, bei der sich die Schüler nicht klassenweise, sondern themenorientiert einwählten. Höhepunkt der Veranstaltung war die Darbietung der Abschlussklasse der Maßschneider, die zum Thema "Vorsicht! Maskenball" aktuelle und ausgefallene Abendmode präsentierten. Auch Julia zeigte sich hier in ihrem aufwändigen Korsett, das sie in mühevoller Kleinarbeit gefertigt und mit etlichen Federstahlstäben versehen hatte. Der lang anhaltende Applaus am Ende der Vorführung bestätigte ihr und allen anderen Mitwirkenden, dass sich die vielen intensiven Arbeitsstunden gelohnt haben.

Das sah auch Abteilungsleiter Lutz Bostelmann so: "Die Schülerinnen haben hier hervorragende Arbeit gezeigt und nicht nur durch textile Fertigkeit, sondern auch eine tolle Choreografie und eine erstaunliche Bühnenpräsenz überzeugt."

HNA, 26.03.2007

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Fotos der Modenschau 2007