CTAs auf Mörderjagd
Der Tathergang |
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Der Tod von Mme Curie Der sofort verständigte Tierarzt stellte fest, dass das Tier einem Giftanschlag zum Opfer gefallen ist. Daraufhin alarmierte Claudia Schreiber die Polizei, die den Körper des leblosen Hundes sicherstellte, um diesen der Gerichtsmedizin zu übergeben und dort die Todesursache klären zu lassen. Es handelte sich um Arsen. |
Die zuständige Staatsanwaltschaft entschied nun den Mageninhalt des Hundes auf weitere Anionen und Kationen zu untersuchen, um den Kreis der Tatverdächtigen (siehe unten) einzugrenzen. Sie werden als CTA gebeten, die Untersuchungen durchzuführen. Ziel ist es Indizien und Beweise zu finden, damit Mme Curies Mörder seiner gerechten Strafe zugeführt werden kann. Sie erhalten neben einer Probe des Mageninhalts des Mordopfers Informationsmaterial über Personen aus dem Umfeld von Claudia Schreiber, die ihrer Meinung nach für das Verbrechen in Frage kommen. Wer war der Mörder? Viel Erfolg bei der Aufklärung des Falles. |
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Vorstellung der Tatverdächtigen |
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Person 1: Claudia Kiffer Vor sieben Jahren hat Claudia Kiffer dafür Rache geschworen, dass Claudia Schreiber ihr den Verlobten ausgespannt und schließlich selbst geheiratet hat. Eifersucht ist bekanntlich ein sehr beliebtes Mordmotiv. Claudia Schreibers Mann erzählte einst von dem sehr interessanten Gewürzregal, das bei seiner Ex-Freundin, Claudia Kiffer, in der Küche hängt. Die Gewürze in diesem Regal waren Safran, Koriander, Muskatnuss, Meersalz (NaCl) und Natron (Na2CO3).
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Person 2: Peter Poison Der eigentlich immer schlecht gelaunte und streitbare Nachbar von Claudia Schreiber namens Peter Poison hat sich mehrfach lautstark über das Gebell von Mme Curie beschwert. In der Nachbarschaft hält sich hartnäckig das Gerücht, dass er eine Katze mit einem Luftgewehr erschossen hat, weil ihn das nächtliche Geschrei des Tieres störte. Herr Poison ist leidenschaftlicher Mineraloge und sammelt auch als Rentner noch Erze und Gesteine. Um diese genauer untersuchen zu können, hat er in seinem Haus ein kleines Chemielabor eingerichtet. Als Claudia Schreiber ihn einen Tag nach Mme Curies Tod besuchte, um ihn zu fragen, ob er in der Mordnacht besondere Beobachtungen gemacht habe, sah Claudia Schreiber, dass in der Wohnung zwei Chemikaliengefäße standen. Geistesgegenwärtig hat sich Mme Curies Frauchen die Namen auf den Etiketten notiert: Aluminiumchlorid (AlCl3) und Eisensulfat (FeSO4).
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Person 3: Kevin Klug Kevin Klug ist ein Junge aus der Nachbarschaft. Sein besonderer Stolz ist ein 30-tägiger Dauerarrest, den er wegen schwerer Körperverletzung absitzen musste. Er gilt als intelligent, aber kriminell. Bei dem Versuch in den Weinkeller von Claudia Schreiber einzubrechen, wurde er durch die bellende Mme Curie in die Flucht geschlagen. Als vor einigen Monaten in der Grebensteiner Gesamtschule bei einem Einbruch aus der Chemikaliensammlung einige Substanzen - unter anderem Ammoniumacetat (NH4OOCCH3) und di-Natriumhydrogenphosphat (Na2HPO4) - gestohlen wurden, fiel der Verdacht auch auf Kevin. Doch bei einer Durchsuchung seines Zimmers konnten die gestohlenen Chemikalien nicht aufgefunden werden.
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Person 4: Bernd Butterfly Bernd Butterfly ist Entomologe und verbringt seinen Urlaub bevorzugt in Südamerika, um dort seltene Schmetterlinge zu fangen. Nach dem Fang der Insekten tötet er diese in einem Glas, in dem sich eine Mischung aus Kochsalz (NaCl) und Bariumchlorid (BaCl2) befindet. Vor einem Jahr erhielt Claudia Schreiber von Bernd Butterfly ein Kaufangebot für ihr Haus. Sie lehnte das Angebot ab. Bernd Butterfly wurde wütend und sagte ihr, dass er schon dafür sorgen würde, dass sie verkaufen wird.
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Person 5: Sascha Spy Verbrecherjagd war Mme Curies besondere Stärke. Sie jagte daher stets jeden, den sie für einen Verbrecher hielt. Im Falle von Sascha Spy mag Mme Curie ein wenig übereifrig gewesen sein - sie biss in sein Bein, als dieser durch Claudia Schreibers Badezimmerfenster spähte. Laut fluchend entfernte sich Sascha Spy, erstattete jedoch keine Anzeige. Eine gute Freundin von Claudia Schreiber besuchte Sascha Spy wenige Tage vor dem Mordanschlag in seinem Hobbyraum. Dort fielen ihr - wie sie später Claudia Schreiber berichtete - einige große Chemikalienflaschen auf. Zwei der Namen konnte sie sich besonders gut einprägen: Soda (Na2CO3) und Bittersalz (MgSO4). |
Analyseprotokoll
Kationennachweise |
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Kation |
Vergleichsprobe |
Blindprobe |
Analyseprobe |
Ammonium |
+ |
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Aluminium |
+ |
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+ |
Barium |
+ |
- |
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Eisen |
+ |
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+ |
Magnesium |
+ |
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Natrium |
+ |
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Anionennachweise |
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Anion |
Vergleichsprobe |
Blindprobe |
Analyseprobe |
Acetat |
+ |
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Carbonat |
+ |
- |
- |
Chlorid |
+ |
- |
+ |
Phosphat |
+ |
- |
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Sulfat |
+ |
- |
+ |
Ergebnis: Folgende Ionen wurden sicher nachgewiesen : Al3+, Fe2+, Cl-, SO42-
Kerstin Müller |
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Dr. Schreck |
| Unterschrift: CTA | Unterschrift: Laborleiterin |
Arsen als Gift
Das tatsächliche Mordgift ist typischerweise Arsentrioxid, auch Arsenik genannt. Es entsteht durch Verbrennen von Arsen an der Luft. Der dabei entstehende weiße Rauch wird zu einem weißen Pulver verdichtet und durch Sublimation gereinigt. Durch den Mund aufgenommen können bereits weniger als ein Zehntel Gramm Arsenik zum Tode führen. Der Tod tritt innerhalb von mehreren Stunden bis wenigen Tagen durch Nieren- und Herz-Kreislaufversagen ein. Arsentrioxid ist zudem krebserregend.
Trotz der Giftigkeit gab es im 10. Jahrhundert Arsenik-Esser. Arsenik wirkt nämlich als eine der wenigen anorganischen Substanzen (neben Lachgas und Lithium) psychoaktiv. Arsenik-Esser – das Arsenik wurde gelutscht – entwickelten eine Toleranz gegenüber dem Gift, vertrugen die drei- bis vierfache der sonst tödlichen Menge ohne Vergiftungserscheinungen. Ursache der Toleranz ist eine verminderte Aufnahme des Giftes über den Magen-Darm-Trakt.
Hier bewahrheitet sich der Ausspruch von Theophrastus Bombastus Phillipus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493 – 1541):
Alle Ding sind Gift und nichts ohn’ Gift;
allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.
Monika Büttner
Quelle: "CTAs auf Mörderjagd, Bochumer Krimiprojekt an der technischen Beruflichen Schule 1 (TBS1)" von Ingo Tausendfreund, CLB Chemie in Labor und Biotechnik, 56. Jahrgang, Heft 09/2005, S. 306-308. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.





