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Ein Leben im Dienst der Frauenbildung

In ihrer Ausgabe am 1. April 1933 würdigte die ,,Kasseler Post“ die über die Grenzen der Stadt Kassel hinaus bekannte Pädagogin Elisabeth Knipping mit den Worten: ,,Frau Knipping ist für die ihr gestellten Aufgaben prädestiniert gewesen, wie selten eine Frau. Neben der Kunst, mit Menschen umzugehen, sie für ihre Interessen und Ziele zu gewinnen, neben der nie ermüdenden Arbeitsfreudigkeit, besitzt sie ein hervorragendes Organisationstalent, weiß den rechten Menschen an die rechte Stelle zu setzen. Mit untrüglichem Verständnis für die Forderungen des Tages wusste sie die Lehrgänge veränderten Verhältnissen anzupassen, forderte in der Schule sozialen und staatsbürgerlichen Sinn, öffnete sie neuen Strömungen und Anschauungen.“

So treffend der zuständige Redakteur das Wirken von Elisabeth Knipping auch beurteilte, so sehr irrte er sich in seinem letzten Satz: Die engagierte Verfechterin für die Frauenbildung war und konnte zu keiner Zeit eine Anhängerin der NS-Politik mit der spezifischen Definition der Rolle der Frau in einem faschistisch dominierten Staatswesen sein, in dem Intoleranz und Ausgrenzung Andersdenkender als offizielle Doktrin galt. Die Pensionierung zu diesem Zeitpunkt bewahrte Elisabeth Knipping vor dem Schicksal vieler anderer demokratisch-humanistisch gesinnter Frauen, die gewaltsam und häufig auf erniedrigende Weise aus dem Amt gedrängt wurden.

Vielleicht hat der subjektiv mit Bitterkeit empfundene Abschied sie davor bewahrt, im Prozess der Gleichschaltung aller Bereiche des öffentlichen Lebens eine Funktion wahrzunehmen, die sie in der Konsequenz gezwungen hätte, von eigenen Idealen abzurücken und so mitschuldig zu werden für eine verhängnisvolle Entwicklung. weiter