Ein Leben im Dienst der Frauenbildung
Elisabeth Knipping, am 26. September 1869 in der beschaulichen kurhessischen Exklave Rinteln geboren, entstammte nach dem damaligen Verständnis gutbürgerlichen Kreisen, der Vater bekleidete das Amt eines königlichen Baurates, denen die Lebensperspektiven junger Mädchen und Frauen in der Regel einer spezifischen Rollenzuweisung unterworfen waren.
Entweder fanden sie durch eine standesgemäße Heirat ihre soziale Absicherung und gesellschaftliche Anerkennung durch den Ehemann oder, wenn Ehrgeiz, Energie und glückliche Umstände es zuließen, ihre persönliche Eigenständigkeit durch eine Berufstätigkeit in eingegrenzten Bereichen. Der Aufstieg in anerkannte höhere Positionen musste jedoch häufig mit dem Verzicht auf die Ehe und die Gründung einer eigenen Familie durchlebt werden.
Elisabeth Knipping teilte in diesem Punkt das Schicksal vieler engagierter Frauen aus dem Bürgertum, die, wie z.B. Auguste Förster oder Maria Calm, u.a. wichtige Rollen in der Geschichte der Frauenbewegung und der Frauenbildung einnahmen.
Wie diese war auch Elisabeth Knipping ein entschiedenes Mitglied des 1865 in Leipzig gegründeten ,,Allgemeinen Deutschen Frauenvereins“. Wichtige Impulse für ihren persönlichen und beruflichen Werdegang im besonderen aber auch für ihr Wirken für die Frauenbildung im allgemeinen müssen aus dieser Mitgliedschaft ebenso erwachsen sein, wie ihr auf die Förderung weiblicher Berufsarbeit zielendes Engagement in der Demokratischen Partei. In der Programmatik des og. Vereins heißt es u.a die erste Deutsche Frauenkonferenz erklärt die Arbeit, welche die Grundlage der ganzen neuen Gesellschaft sein soll, für eine Pflicht und Ehre des weiblichen Geschlechts, sie nimmt dagegen das Recht der Arbeit in Anspruch und hält es für notwendig; dass alle der weiblichen Arbeit im Wege stehenden Hindernisse entfernt werden.“
Diese in erster Linie für bürgerliche Mädchen und Frauen gedachten Forderungen erfuhren im Zuge der rasanten technischen! wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen um die Jahrhundertwende eine begrenzte Chance der Einlösung. Es eröffneten sich Tätigkeitsfelder mit einem relativ hohen Sozialprestige: Die Berufe der Kontoristin und Büroangestellten. weiter
