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Ein Leben im Dienst der Frauenbildung

Ob auch für Elisabeth Knipping die Entscheidung zur Aufnahme einer entsprechenden Bürotätigkeit eher zufällig oder gezielt getroffen wurde, kann aus der zeitlichen Distanz zu heute nicht mehr beantwortet werden. Kennzeichnend für sie war aber, dass es ihr mit großer Energie und Arbeitsfreude, Durchsetzungsvermögen und der Fähigkeit zum Umgang mit Menschen, Organisationstalent und Begeisterungsfähigkeit für als sinnvoll erkannte neue Aufgaben gelang, den mühsamen Weg von subalterner Schreibtischarbeit im Schulsekretariat mittels autodidaktisch erworbener pädagogischer Studien zunächst zur Handelslehrerin zu beschreiten.

Als Mitarbeiterin der weit über die Grenzen Kassels hinaus bekannten Auguste Förster trat Elisabeth Knipping 1912 deren Nachfolge in der Leitung der ,,Gewerbe- und Handelsschule des Frauen- und Bildungsvereins“ an. Unter ihrer Führung entwickelte sich die Bildungseinrichtung in Kassel weiter zu einer grollen und anerkannten Ausbildungsstätte für kaufmännische, hauswirtschaftliche und gewerbliche Berufe. Die schon unter der Leitung von Auguste Förster seit 1909 durchgeführten Seminare zur Ausbildung von Gewerbeschullehrerinnen erfuhren nicht zuletzt durch das verstärkte Engagement von Elisabeth Knipping eine herausragende bildungspolitische Funktion im Rahmen der Frauenbildung. So besuchten z.B. im Schuljahr 1912/13 583 Schülerinnen die Schule des Frauenbildungsvereins, davon legten 111 ihr Examen ab als Hauswirtschaftslehrerin, Handarbeitslehrerin, Turnlehrerin oder als Gewerbeschullehrerin mit der Lehrbefähigung für Volks-, Mittel- und höhere Schulen.

 

Nach der Übernahme der Bildungseinrichtung durch die Stadt Kassel im Jahre 1920 wurden durch eine Umbenennung der Schule in ,,Städtische Handels- und Gewerbeschule für Mädchen mit Lehrerinnenbildungsanstalt“ auch von kommunaler Seite die bildungspolitischen Schwerpunkte des Frauenbildungsvereins bestätigt. Die Leitung übte wie schon zuvor Elisabeth Knipping aus, der durch diese Entscheidung städtischer Gremien eine erneute Anerkennung ihrer Verdienste für die Frauenbildung zuteil wurde. weiter