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Ein Leben im Dienst der Frauenbildung

Wer heute durch das moderne und pädagogisch-funktional gegliederte Schulgebäude an der Mombachstraße in Kassel geht, wird kaum erahnen können, welche Kämpfe, Rückschläge aber auch Erfolge es für die ,,Mütter“ der Mädchen- und Frauenbildung in den zurückliegenden 125 Jahren gegeben hat, durch ihren Einsatz die Rolle der Frau im gesellschaftlichen Bewusstsein neu zu definieren und die heranwachsenden Generationen zu befähigen, ihr Leben unter veränderten Voraussetzungen zu meistern und darüber hinaus Mitträger weiterer Entwicklungen zu werden. Es war ein besonderes Verdienst von Elisabeth Knipping, an diesem Prozess maßgeblich mitgewirkt zu haben.

Die Entscheidung des Kollegiums aus dem Jahre 1956, beim Schulträger die Umbenennung der Bildungseinrichtung in ,,Elisabeth-Knipping-Schule - Hauswirtschaftliche Berufsfachschule und Frauenfachschule der Stadt Kassel“ zu beantragen, drückte einerseits die Anerkennung für eine große Frau im Dienst der Frauenbildung aus, betonte andererseits aber auch die Absicht, in künftigen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Diskussionen Sinnvolles zu bewahren und sich Neuem nicht zu verschließen.

Autor: Erich Brenne

Literatur:
Schecker, Margarete: Die Entwicklung der Mädchenberufsschule. Weinheim: Julius Beltz, 1963
Weber-Kellermann, Ingeborg: Frauenleben im 19. Jahrhundert. München: C.H. Beck, 1988
Wahlfeldt, A./ Willerding, R.(Hrsg.): Mädchenbildung in Frauenhand. Der Casseler Frauenbildungsverein 1869 - ein Projekt der bürgerlichen Frauenbewegung. Kassel 1987
Anemüller, Elisabeth: Das hauswirtschaftliche und gewerbliche Frauenbildungswesen in Deutschland von den Anfangen bis zur Jetztzeit. In: Die berufsbildende Schule. o.J.
Kollegium der Elisabeth-Knipping-Schule: Elisabeth-Knipping­Schule 1870- 1970
Kasseler Stadtausgabe der Hessischen Allgemeinen Zeitung vom 26. September 1969: Ein Leben im Dienst der Frauenbildung. Vor 100 Jahren wurde Elisabeth Knipping geboren